Beobachtungsort: Sudelfeld bei
Bayrischzell, Oberbayern
Zeitraum: 22:45 bis ca. 2 Uhr
Bedingungen: klares Wetter, transparenter Himmel, miserables Seeing
SQM-L Werte: 21,5 (22:45), 21,6 (0:40)
Teleskop: 12er Reisedobson von HI.
Okulare: 20 mm Nagler und 13 mm Nagler, kleinere Brennweiten
waren nicht sinnvoll, da das Seeing miserabel war.
Objekte: Leo-Triplett, NGC 3628, 4038/4039, 3344, 4088, 4220,
4021, 4449, 4085, M109, M106, M13, M44, M107, M80, Saturn
Ort: Bielerhöhe bei 2034 ü.NN
Datum: Mittwoch 07. Juli und Donnerstag 08. Juli
Wetter: klar, trocken, fst 7+, milde +12° Cels.
Ausrüstung: 16 Zoll f 4,5 Dobson
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm und gelegentlich mal 3,5mm
Filter: UHC und OIII
Kommentare: illustre Runde mit Reiner M., Ronald S., Uwe G., Klaus V.,
Thomas J., Michael und Matthias K….und zwei „tollwütige“ Füchse.
Ort: Großglockner bei ca. 2400 m.ü.d.M
(Hochtor)
Datum: Samstag 02. Oktoberr 2010
Wetter: erst wolkig mit Regen, dann klar, ziemlich feucht, SQM-L
21,4, Temp +/- 0°
Ausrüstung: 16 Zoll f 4,5 Dobson
Okulare: 32mm, 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm und gelegentlich mal 3,5mm
Filter: bei Jones1 [OIII], bei NGC1499 H-beta
Kommentare: dabei Uwe Glahn mit 27“ und Friedl mit 16“
Mein
erstes mal durch ein Teleskop
Jahr 2008, Dienstag 25.11.2008 und Mittwoch
26.11.2008
Am Dienstag Abend hatte ich noch das Glück, dass der
Himmel aufklarte und der Dobson sein „First Light“ erleben durfte. Ich
habe einfach mal planlos den Himmel beobachtet, den Winkelsucher
justiert, die Okulare getestet und immer wieder die Plejaden ins Visier
genommen, um die Handhabung des Geräts etwas zu üben. Die Okularwahl
empfand ich dabei als gut abgestimmt [32mm, 25mm, 9mm, 6mm]. Gegen 22
Uhr hatte ich dann ein beeindruckendes Erlebnis. Um den Winkelsucher
etwas genauer zu justieren, hatte ich den Stern „Orion“ [gemeint ist
hier einer der hellen Sterne im Sternbild Orion, vermutlich Beteigeuse]
ins Visier genommen. Bei der Justage muss ich den Dobson etwas
verschoben haben und hatte dann im Okular nicht mehr den Stern Orion
[siehe vorherige Anmerkung zum Stern Orion] sondern etwas anderes…vier
kleine Sterne im Zentrum und einen ausgedehnten grauen, hellen Schleier
ringsherum… Ihr wisst jetzt wahrscheinlich selbst schon was ich im
Visier hatte [=M42 Orionnebel]. Was für einen Anblick! Ich war einfach
nur sprachlos! Am Mittwoch hatte ich dann schon relativ schnell mit
zuhilfe der
Planisphere die Andromeda-Galaxie/M31 im Visier. Leider nur schwach zu
sehen, wahrscheinlich keine gute Bedingungen [fst wahrscheinlich mag 5
bis 5,5]. Ansonsten hatte ich noch ein Sternhaufen (offen oder Kugel?)
irgendwo in der Nähe des Sternbildes Stier [wahrscheinlich einer der
offenen Sternhaufen im Fuhrmann -M36, M37 oder M38], leider eher
ein Zufallstreffer. Aber ich bin fleißig am üben um mich im
Sternenhimmel zurechtzufinden. Heute Abend werde ich noch versuchen
gezielt im Sternbild Stier den
Doppelstern Tau zu finden und im Sternbild Fuhrmann gezielt einige
Nebel und OH auffinden (M36, M37, M38). Natürlich werde ich immer
wieder den großen Orionnebel anpeilen. Mittleweile nach nur zwei
Beobachtungnächte für mich schon ein Klassiker :-) Übrigens, dass der
Winkelsucher kein seitenverkehrtes Bild abgibt finde
ich klasse. Damit finde ich mich im Himmel sehr schnell zurecht. Den
Leuchtpunktsucher habe ich bislang gar nicht ausgepackt. Wie Ihr lesen
könnt macht es mir richtig Spaß und der GSO-Dobson wird
definitv für eine sehr lange Zeit nicht in den Keller landen!
First light mit den 12er von Hofheim-Instrument (HI)
Jahr 2009, 24.04.2009
Anbei mein erster Beobachtungsbericht mit den neuen 12er aus Hofheim.
Nach langen hin und her habe ich mich vor einigen Wochen dazu
entschlossen, dieses Prachtstück eines Teleskops zu bestellen. Am
22.04. wurde das Teleskop geliefert und am Freitag 24.04. konnte
ich damit das erste First Light erleben. Um ca. 22 Uhr am Parkplatz
angekommen habe ich mit dem Aufbau begonnen. Die Stangen waren schon
vormontiert und nach ca. 30 min. war das Gerät aufgebaut, justiert und
betriebsbereit. Der Aufbau kann auch in ca. 15 min. erledigt werden,
aber der Spiegel kühlt deswegen nicht schneller aus. Alles in
allem ist der Aufbau eine leichte Angelegenheit, solange man
konzentriert arbeitet, die Reihenfolge des Aufbaus einhaltet und auf
die losen Schrauben achtet… Um ca. 22:45 ging es dann gleich los
mit dem Leo-Triplett M66, M65 und NGC 3628. Alle drei mit dem
Leuchtpunktsucher (LPS) und dem 20mm Nagler sehr leicht zu finden. Alle
drei Objekte im Okular bei direktem Beobachten gut zu sehen. Bei M66
und M 65 sind sogar leichte Strukturen bei den Spiralarmen zu erkennen.
Etwas was ich im 8er noch nie hatte. Wow! NGC3628 ist auch eindeutig
erkennbar, jetzt ist sogar die Kantenlage zu erahnen. Strukturen
lassen sich in NGC3628 für mich nicht erkennen, aber endlich ist diese
Galaxie eine helle Erscheinung im Okular. Das Triplett ist für mich
visuell endlich eindeutig gut zu beobachten. NGC 3628 ist nicht mehr
ein dunkelgrauer Fleck im Okular. 12 Zoll Spiegel sind schon geil!
Danach ging es weiter im Sternbild Rabe mit NGC4038/4039, auch bekannt
als die Antennen-Galaxie. Ich hatte diese bereits am Montag mit dem 8er
beobachtet und beide sind relativ einfach zu finden. Auf dem Weg
dorthin war ich etwas überrascht weitere Galaxie im näheren Umfeld zu
sehen. Diese waren mir im 8er gar nicht aufgefallen! Es waren hier
wahrscheinlich die Galaxien NGC4027, 4024 und 4033. Diese sind im
DeepSky Reiseatlas (DSRA) nicht eingezeichnet. Erst zu Hause konnte ich
diese als solche zu 99% identifizieren aber nicht mehr
verifizieren, da nun daheim. Die Antennen bei NGC4038/4039 sind leider
auch im 12er für mich nicht beobachtbar. Schade! Als nächstes ging es
zu NGC3344 weiter. Im Okular ist ein heller Nebel mit drei Sterne zu
erkennen. Eine Spirale und/oder Strukturen sind leider für mich
im 12er noch nicht zu erkennen. M109 ist sehr hell, aber keine
Strukturen zu erkennen. Bei NGC4088 ist die Kantenlage zu erahnen.
Strukturen bleiben aus, die Glx. erkenne ich als dunkel grau,
sehr hell, und lang. Auch bei NGC4088 bin ich wieder über die vielen
kleinen schwachen Galaxien überrascht, welche sich unangekündigt im
Okular tummeln. Meisten sind diese wenige Bogenminuten lang, sehr
schwach bzw. dunkelgrau aber eindeutig als Galaxien zu erkennen. Auch
diese sind im DSRA nicht verzeichnet. Eine der unbekannten
Galaxie konnte ich zu 99% als NGC4085 identifizieren da auffällig
nah an zwei helle Sterne. Ich hatte mir vor Ort ein Notiz mit Skizzen
gemacht und diese dann zu Hause zu identifizieren. Es ging dann weiter
mit NGC4220, 40217, M106, NGC 4449 und NGC4490 samt 4085. Bei NGC 4490
sind auch wieder erste Strukturen zu erkennen. Es ging dann die ganze
Nacht weiter mit einer Galaxie nach der anderen. Zur späten Stunden war
ich dann noch in Kugelsternhaufen M13, M4, M107, M80 und M10. Alle mehr
oder weniger spektakulär aber mangels große Vergrößerung bleibt der
Knaller für eine spätere Beobachtungsnacht erhalten. Saturn war auch
kein Spaß aufgrund des seeing. Um ca. zwei Uhr entschloss ich mich die
Beobachtung abzubrechen. Alles in allem wieder eine erfolgreiche Nacht.
Der 12er wird mir noch lange Zeit ein treuer Gefährte bleiben! Der
Reisedobson von HI ist nicht nur ein genial durchdachtes Gerät, es
sieht zudem auch sehr schön und elegant aus. Ein Gerät zum
verlieben. Beim einpacken vermisse ich aber die Vorzüge meines 8er.
Einfach Tubus und Rockerbox ins Auto packen und fertig. Beim 12er von
HI muss erst mal alles wieder auseinander genommen werden und in zwei
eleganten Kisten verstaut werden. Es geht zwar relativ flott, könnte
aber in Zukunft etwas nerven. Die Stangen bleiben bei mir montiert. Das
spart eine Menge zeit. Letztendlich will man nach einer langen
Beobachtungsnacht möglichst schnell nach Hause ins Bett. Mittlerweile
kommt das Sternbild Schwan samt Milchstraße schön raus. Ich freue mich
schon auf die kommenden Monate! Noch ein paar abschließende
Worte/Bemerkungen zum Gerät: Zugegeben war ich mit dem Versand eines
solchen Gerätes etwas skeptisch. Die Verpackung war vorbildlich. Die
beiden Kisten waren aufwendig und stoßsicher verpackt. Das Ganze in
einem dichten Meer von Styropor-Chips eingebettet. Das Gerät war im
aufgebauten Zustand recht gut justiert. Der Fangspiegel benötigte keine
weitere Justierung. Der Hauptspiegel lässt sich über zwei
Rändelschrauben sehr einfach zentrieren. Der Fangspiegel verfügt über
eine Mittelpunktmarkierung. Sowohl im Concenter-Okular von Spheretec
als auch im Cheshire war alles schön zentrisch. Der Fangspiegel ist
übrigens an drei Punkten geklebt. Das Gerät verfügt als separat
erhältliches Zubehör u.a. über eine Irisblende. Im aufgebauten Zustand
lässt sich das Teleskop sehr einfach aus der Rockerbox nehmen. Das
Gerät macht einen soliden Eindruck, alle schrauben am OAZ, die
Fangspiegelstreben und sogar die innenseite des Hutes sind geschwärzt.
Im auf- und abgebauten Zustand bleiben keine Kleinteile und/oder
Schrauben übrig. Das Gerät ist mit Okulare vom Typ 1,25 Zoll Nagler (13
und 5 mm) sehr gut ausbalanciert. Der Fokus wird problemlos erreicht.
Mit dem 20er Nagler (2 Zoll Steckgröße, Gewicht ca. 500gr) sind keine
Gegengewichte notwendig. Lediglich bei horizontnahe Beobachtungen wie
z.B. im Sternbild Skorpion ist ein Gegengewicht sinnvoll. Für mich
haben sich ca. 300gr. Gegengewicht als sinnvoll erwiesen, dann brauche
ich bei allen Okularen keine weiteren Eingriffe zu tätigen. Für weitere
Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
First
light mit 16 Zoll unter hochalpinen Himmel
Jahr 2010, 07. und 08.07.2010
Es
waren für mich zwei Beobachtungsnächte der
ganz besonderen Art. Zuallererst
mein persönlicher „first light“ unter
Alpenhimmel,
dazu „first light“ meines neuen
„gebrauchten“
16er Selbstbau-Dobson -erstanden bei einem Abendessen in Fischbachau in
Obb.- und last but not least „first light“ eines
echten
„dicken Brummer“.
Hierzu wird uns der Inhaber und Erbauer
hoffentlich ausgiebig berichten, an Bildmaterial sollte
es m.E. nicht
mangeln.
Die
Planung verlief wenige Tage vorher relativ kurzfristig per Mail. Hierzu
meinen pers. Dank an Uwe, dass ich in dieser illustren Runde
aufgenommen wurde. Meinen pers. Dank gilt auch an den Teilnehmern, die
mich wahrscheinlich ungefragt dulden
mussten…(hahahaha…)
Die illustre Runde
(nicht im Bild Matthias K.)
Am Mittwoch ging es dann nach Feierabend um 16 Uhr über die
A95,
Garmisch-Partenkirchen, Inntalautobahn, Landeck direkt zur
Bielerhöhe. Die Hinfahrt war wunderschön.
Kristallklarer
Himmel und traumhaftes Alpenpanorama, und die Fahrzeit verging wie im
Fluge. Um ca. 19 Uhr war ich auch schon an Gasthof Piz Buin angekommen.
Gasthof
Piz Buin.
Auf
der
Terrasse des Gasthofes hatte sich die illustre Runde bereits zu einem
Hopfengetränk zusammengefunden. Es dauerte nicht lange und wir
waren auch schon beim Abendessen. Um 20:30 war dann großes
Halbfinale Spiel Deutschland gegen Spanien. Da die italienische
Nationalelf bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, gönnte
ich
mir im Alleingang die Dämmerung am bekannten
Großparkplatz.
Italien
ist bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
Venus
bei beindruckender Kulisse.
Irgendwann
war das Fußballspiel auch zu Ende und die illustre Runde
kehrte
zu Ihren Lichtsammeltonnen zurück. War wohl nix mit
Deutschland im
Finale, schade! Gegen
23:30 war die astronomische Dämmerung zu Ende und der Himmel
fing an zu brennen….
Milchstraße
am Horizont.
Es
dauerte nicht lange und es wurde fleißig gearbeitet. Die
Teleskope schwenkten in allen Himmelsrichtungen. Bei mir dauerte es ein
wenig bis ich endlich zum beobachten kam. Der Sternhimmel war einfach
nur beindruckend! Ich saß eine Zeit lang auf meinen Stuhl und
ließ dieses Naturschauspiel auf mich einwirken. Es war
atemberaubend!
Teleskope
am Werk.
Als
ich
mich endlich wieder gefasst hatte, ging es auch bei mir los. Es wurden
Kugelsternhaufen und PN’s am Horizont abgegrast.
Kugelsternhaufen
M4 war eine echte Augenweide. Knackscharf, kontrastreich und bis zum
Zentrum hin aufgelöst.
Die
Objekte purzelten ab jetzt einfach so ins Okular rein.
Sämtliche
Kugelsternhaufen aus dem Deepsky Reiseatlas (DSRA) waren echte
Leuchttürme im Okular des 16er. Trotz Sternmeer im Okular
gaben
sich die zahlreichen Kugelsternhaufen bei schwacher
Vergrößerung deutlich als Nebelfleck zu erkennen.
Ich kam
teilweise nicht nach, diese mit NGC Nummer zu identifizieren. Es waren
zu viele! Die Horizontsicht und Transparenz war hervorragend!
Aus
den
zahlreichen Beobachtungen in der Region
Adler/Schütze/Schild/Skorpion möchte ich nur einige
wenige
pers. Highlights aus der ersten Beobachtungsnacht hervorheben:
PN
N6369: im 7 mm Okular (V=240) zeigt sich ein heller PN, es ist
eindeutig eine Ringstruktur erkennbar, im Zentrum ist der PN etwas
dunkler, ein Feldstern südlich. Die Ringstruktur wird erst bei
hoher Vergrößerung erkennbar. Es ist kein zentraler
Stern
erkennbar. Sehenswertes Objekt bei guter Horizontsicht!
Kugelsternhaufen
N6528 und N6522 im Doppelpack: im 13er (V=130) sind KS 6528 und 6522
beide im Gesichtsfeld. N6522 ist der hellere KS.
Kugelsternhaufen
M28 ist einfach nur atemberaubend. In meinen Notizen zu dieser
Beobachtung steht nur „Wow!“. Es hat mir einfach
nur die
Sprache verschlagen!
Kugelsternhaufen
M22 im 13mm Nagler: ich notiere „Wow hoch 2“
M17
„Schwannebel“ ist an Detailreichtum nicht mehr zu
beschreiben. Der Schwan ist von einem Schleier umhüllt. Der
Schwan
scheint vom Winde verweht zu sein, als wäre der Nebel von
einem
Ventilator angeblasen und würde dadurch seine Bestandteile an
der
Umgebung abgeben. Der Nebel wirkt so plastisch und stark strukturiert.
Atemberaubend!
PN
7009
„Saturnnebel“. Der PN schimmert grünlich
und bekommt
bereits bei schwacher Vergrößerung Flügel!
Ich notiere
auf meinen Notizen einen „Smiley“. Einfach
nur Geil!
Gegen
2
Uhr erhalten wir Besuch von einem Fuchs. Er huscht zwischen den
Teleskopen und steigt sogar in Autos ein. Es wird ein Kopfgeld
ausgesetzt!
Es
werden noch ein paar weitere Standardobjekte (M75, M72, M30) besucht
und bei Dämmerungsbeginn abgebaut. Es war eine geile Nacht!
Zweite Nacht:
Analog
der ersten Nacht wird um ca. 21 Uhr aufgebaut und warten in aller
Gemütlichkeit das Ende der Dämmerung ab.
Venus
am Himmel.
Dämmerungsende
lässt auch nicht lange auf sich warten und um 23 Uhr geht es
schon
mit hellen Kerzen los wie Ringnebel und M13.
Milchstrasse
Noch
beindruckt von der vorherigen Nacht, werfe ich meine Beobachtungslisten
über Bord und ich beobachte galaktischen Nebel wie
Lagunennebel
(M8), Trifidnebel (M20), Adlernebel (M16) und Schwannebel (M17). Der
Anblick unter diesen Himmel ist einfach nur atemberaubend. Es werden
weiterhin Endorphine ausgeschüttet!
Crescentnebel
(N6888) und der Cirrusnebel (N6960/6992) im Sternbild Schwan
müssen auch noch daran glauben. N6888 hat mich in dieser Nacht
zu
tiefst beindruckt, weil noch so viele zusätzliche Strukturen
und
Details herausgearbeitet werden konnten als es mir bisher
möglich
war.
Reiner
M. fertigt in dieser Nacht eine Zeichnung des Nebels mit 18 Zoll
Gerät. Ich bin auf das Endergebnis gespannt wie ein Schnitzel!
Auch
die übrigen Beobachter zeichnen sehr eifrig. Ich bin auch auf
Ihre Ergebnisse gespannt!
In
dieser Nacht habe ich auch ein wenig gearbeitet aber nicht gezeichnet.
Anbei meine pers. Highlights für diese unvergessliche zweite
Nacht.
Barnards
Galaxie (N6822): Eine Zwerggalaxie in der lokalen Gruppe. Diese Galaxie
hatte ich am Sudelfeld unter mag 6,4+ Himmel und 12 Zoll Gerät
schon mehrmals versucht und wiederholt „als nicht
gesehen“
geloggt. In dieser Nacht mit 16 Zoll und alpinen Himmel ein
Kinderspiel. Weil es mir zu einfach vorkommt, lass ich mir die Sichtung
durch Ronald bestätigen. Hier kommt auch gleich sein Tipp den
UHC-Filter aufzusetzen und nach den HII-Regionen im Norden Ausschau zu
halten. Bingo! Anbei meine Notizen zu dieser Nacht:
großflächige Aufhellung, fast ein leichtes
Schimmern,
schwach milchig. Mit schwacher Vergrößerung und
großem
Feld ist das Objekt m.E. am einfachsten zu identifizieren. Mit UHC/OIII
Filter lassen sich nördlich HII Regionen herausarbeiten. In
dieser
Nacht sicher drei Stück. Nicht weit (0,5 grad ?) befindet sich
der
PN N6818.
PN
N6781
im Sternbild Adler: ich notiere wieder nur „Wow!“.
Es hat
mir wieder die Sprache verschlagen. -Scheisse, so kann ich nicht
weitermachen!
Galaxie
N7331 im Pegasus: hier werden zahlreiche Begleiter sichtbar. Ich
erkenne mit Unterstützung des NSOG N7337, N7335, N7340 und
N7336.
Alle samt einfach und gut zu sehen!
Stephans
Quintett wird zum Sextett! Eher
unvermittelt drifte ich von N7331 zum Quintett durch einfaches sweepen!
Das Quintett springt regelrecht ins Auge. Ich zähle 1,2,3,4,5
Galaxien und es blitzt immer wieder eine sechste Galaxie im Okular auf.
Sieht aus wie ein Stern ist aber zu aufgebläht. Wieder mit
Unterstützung des NSOG identifiziere ich das Objekt eindeutig
als
N7320C (Größe 0,4‘ x 0,6‘; FH
14,2 mag / SB 16,0
mag). Ist das ein geiler Himmel und ein geiles Teleskop!
Jones
1
(PN im PEG): mit 20mm Nagler und OIII => einfach! Objekt ist
leicht
direkt zu halten. Ring mit zwei Verdichtungen an den beiden
ggü.
liegenden Seiten. Der Ring ist an einer Seite leicht geöffnet.
Geil! Als
letztes pers. Highlight noch die „PN und KS Kombo“
eingestellt, N6712 uns IC 1295. Beide Objekte sind gleichzeitig im 20er
Nagler sichtbar. Der KS sehr hell und auffällig, der PN eher
schwach, zwar großflächig aber trotzdem leicht zu
übersehen. Schraubt man jetzt den OIII Filter rein passiert
folgendes: der PN wird auffällig hell und der KS wird nun
deutlich
abgeschwächt aber trotzdem sichtbar. Eine schöne
Spielerei!
Die
Morgendämmerung zeigt sich wieder. Es wird noch ein letzte
Stärkung eingenommen und danach wird abgebaut.
Lagebesprechung
Zwei
Nächte unter dunklem Himmel und in guter Gesellschaft sind zu
ende. Die Anreise hat sich allemal gelohnt. Ich bin hier bestimmt nicht
zum letzten Mal gewesen!
Mein
first light auf dem Großglockner
Jahr 2010, 02.10.2010
Trotz
Wolken und unsichere Wettervorhersagen haben wir am Samstag eine
Exkursion zum Glockner gewagt. Um 16 Uhr wurde einvernehmlich der
Startschuss gegeben und gegen 17 Uhr waren wir mehr oder weniger alle
auf der B311 (die Pinzgauer Bundestrasse) Richtung Bruck am
Großglockner. Das Mauthäusl hatte ab 18:45 auch schon
zu…wie schade… :-) Als letzter kam ich gegen 19:30 Uhr am
vereinbarten Treffpunkt beim Edelweißwirt. Wetterlage am
Glockner: bedeckt und regnerisch. Nach ein Schnitzel mit Pommes und ein
unterhaltsames Gespräch mit dem liebenswürdigen Wirt klarte
es gegen 21:30 zunehmend auf. Wir versuchten unser Glück am
Hochtor, und wurden mit einem nahezu wolkenfreien Himmel Richtung
Süden belohnt. Die Milchstraße zeigte sich durch die
Wolkenfetzten äußerst stark strukturiert. Saugeil!
Anbei einige Beschreibungen der beobachteten Objekte in dieser Nacht.
N7142, OC im Cep (Größe 12x12 Bogenminuten, Helligkeit: 9,3 / 14,4 mag.)
schöner großer offener Sternhaufen. Dicht gedrängte mit
kleinen Sternen, es ergibt sich dadurch einen deutlichen
Haufencharakter, trotz sternreicher Region. Objekt ist in einzelne
Sterne auflösbar. Im Hintergrund ist ein schwaches Schimmern zu
erkennen. Unweit vom OC befindet sich der GN N7129, beide Objekte sind
eine Beobachtung wert.
N7129, GN im Cep (Größe 7 x 7 Bogenminuten)
kleiner Gasnebel bei fünf hellen Sternen. Zwei davon eindeutig im
Gasnebel eingebettet, ein dritter lediglich etwas schwächer durch
den Gasnebel umhüllt, zwei weitere helle Sterne befinden sich
außerhalb des Nebels. Die fünf Sterne ergeben zusammen
nahezu ein Dreieck.
Der GN fällt bei 16 Zoll und V=140 bereits beim sweepen auf.
Unweit vom GN befindet sich der offene Sternhaufen N7142. Lohnen sich
beide. Siehe link mit Zeichnung:(16 Zoll, Kurt Christiaens)
M2, KS im Aqr
Paradeobjekt des nördlichen Sternhimmels. Bei guter Horizontsicht
sind zahlreiche Sterne im Außenbereich auflösbar. Sehr
heller Kern, der auch mit hoher Vergrößerung nicht
auflösbar ist. Der Kugelsternhaufen ist sehr stark
konzentriert (Klasse II, wobei I die höchste Konzentrationsklasse
ist).Der Kugelsternhaufen unterscheiden sich visuell deutlich von M13,
sowohl in der Größe, Konzentration, Sterndichte und
beobachtbare Sternenanzahl.
M45 Plejaden, hier Meropenebel (NGC1435)
Der Meropenebel ist ohne Filter sehr deutlich und kontrastreich zu
beobachten. Öffnet sich wie ein breiter Fächer vom Stern
Merope weg nach süden. Nimmt man den Stern Merope aus dem
Gesichtsfeld nimmt der Nebel etwas an Kontrast und Größe zu.
In dieser Nacht zähle ich freiäugig sicher neun Sterne der
Plejaden.
NGC1788, GN im ORI
kleiner aber heller Nebel im Sternbild Orion. Mehrere helle Sterne im
und um den Nebel. Im 16er ist der GN ziemlich einfach zu beobachten,
bei 200mm Öffnung und schwache Bedingungen (mag 5,5) kann der
Nebel schon eine Herausforderung sein. Einen guten Eindruck vermittelt
diese Zeichnung von Matthias Juchert.
NGC7814, Gx im PEG
Das Staubband ist bei hoher Vergrößerung direkt zu sehen,
jedoch muss dies erst mal erarbeitet werden. Das Staubband ist nicht so
offensichtlich wie bei NGC891.
Jones1, PN im PEG
Mit OIII Filter sehr schnell gefunden. Das Objekt ist ein
flächiger PN mit der Form eines großen „C“. An
den beiden ggü. liegenden Ränder sind eindeutig Aufhellungen
zu sehen. Beobachtet wurde mit 20mm Okular, V=90 und Baader OIII
Filter. Das Objekt war jederzeit und problemlos direkt zu halten. Unter
diesen Bedingungen und mit 16 Zoll fast ein einfaches Objekt. Ein sehr
guten visuellen Eindruck liefert diese Zeichnung von Uwe Glahn
NGC891, Gx im Sternbild AND
Die Galaxie befindet sich um die Uhrzeit im Zenit. Ungetrübter
Genuss bei hervorragenden Bedingungen und großem Gerät (16
Zoll). Das Staubband zeigt sich deutlich. Die Gx scheint dabei im
Okular zu schweben. Ich sehe nahezu eine POSS Aufnahme. Unbeschreiblich!
NGC2022, PN im ORI
helle Scheibe, bei V=140 ist noch kein zentraler Stern zu sehen. Die
Ringform ist bei dieser Vergrößerung noch nicht ersichtlich.
Im Zentrum lässt sich indirekt ein dunkler Fleck erahnen.
IC2118/NGC1909 „Hexenkopfnebel“
bei schwacher Vergrößerung und großer Austrittspupille
gerade zu erahnen. Es zeigt sich ein schwaches glimmen. Objekt befindet
sich noch relativ tief am Horizont zu dieser Jahreszeit.
Als Abschluss noch Jupiter beobachtet. Die äquatorparallelen
Wolkenbänder waren zeitweise im Okular wie eingemeißelt und
knackscharf zu sehen.
Der Mondaufgang war mal wieder beindruckend. Der Widerschein der
Erdoberfläche an der erdzugewandten Mondseite war
überwältigend. Es ist immer wieder ein erhabenes
Naturschauspiel, wenn die recht kleine Mondsichel über die
Berggipfel zum Vorschein kommt.
Es war mal wieder eine hervorragende Beobachtungnacht trotz
anfänglicher Startschwierigkeiten. Geplättet durch wenig
Schlaf und einen zu langen Tag, wahrscheinlich auch etwas ermüdet
durch die Höhenluft, konnte ich nicht wirklich das Beste aus
dieser Nacht herausholen. Mehrmals während der Beobachtungsnacht
sehnte ich mich nach einem Bett und hätte am liebsten eine
Mütze voll Schlaf genommen. Ich ertappte mich sogar stehend mit
geschlossenen Augen am Okular. Nichtdestotrotz war es wieder
sensationell da oben in den Bergen.